Gewässerökologie auf zwei Rädern – Eine Tour um den Wolletzsee
Am Wolletzsee ging es unter anderem um die Ursachen der wiederkehrenden Blaualgenbelastung. Eine Rolle spielen dabei historische Nährstoffeinträge aus der ehemaligen Forellenmastanlage bei Wolletz sowie Nährstoffe, die über die Welse aus Landwirtschaft und Moorentwässerung in den See gelangen.
Die Welse verbindet den Wolletzsee mit den Blumberger Fischteichen. Beide gehören zum europäischen Schutzgebietsnetz Natura 2000 und bieten unter anderem Bibern, Fischottern, See- und Fischadlern sowie seltenen Entenarten Lebensraum. Mit etwas Glück konnten die Teilnehmenden einen Fischadler bei der Jagd beobachten.
Die Teichlandschaft wurde Ende des 19. Jahrhunderts angelegt, zu DDR-Zeiten intensiv zur Fischproduktion genutzt und ist heute in Besitz des NABU. Noch heute bewirtschaftet ein lokaler Fischer die Teiche. Allerdings sinkt die Nachfrage nach regionalem Fisch, während niedrige Wasserstände die Bewirtschaftung zusätzlich erschweren. „Wie die Teiche weiterhin bewirtschaftet werden und wir diese einzigartige Landschaft erhalten können, ist offen“, resümierte Michael Tautenhahn.
Ein positives Beispiel zum Abschluss war der Heilige See bei Altkünkendorf. Durch die Wiedervernässung des angrenzenden Moores konnte die Nährstoffabgabe in den See unterbunden werden. Gleichzeitig dient das Moor als wichtiger Wasser- und CO2-Speicher für die Region.
Die Radtour machte deutlich, wie vielfältig und schützenswert die Natur rund um den Wolletzsee ist – von eiszeitlich geprägten Seen über Fischteiche und Moore bis hin zu seltenen Tierarten.
Am 17. Oktober 2026 findet von 10 bis 17 Uhr das traditionelle Abfischen an den Blumberger Fischteichen statt und bietet einen Einblick in die Bewirtschaftung dieser einzigartigen Teichlandschaft.