Von Kapuzinerkresse bis Tropenblatt: Ausstellung mit Chlorophyll-Portraits in Angermünde lockt zahlreiche Besucher*innen an
Lisa Lange
Weitere Eindrücke der Vernissage, s. unten.
Bei einem lauen Sommerabend, kühlen grünen Getränken und entspannter Atmosphäre konnten die Besucher*innen die ungewöhnlichen Chlorophyll-Portraits entdecken und mit der Künstlerin Charlotte Thömmes ins Gespräch kommen.
Die Portraits zeigen Angermünder Bürger*innen, allerdings nicht auf Papier, sondern auf Pflanzenblättern. Von Kapuzinerkresse bis hin zu großen, exotischen Blättern aus dem Forstbotanischen Garten Eberswalde reicht die Vielfalt der verwendeten Pflanzen. Durch die Belichtung mit natürlichem Sonnenlicht reagiert das Chlorophyll in den Blättern und macht die Portraits sichtbar. Je nach Pflanzenart, Blattstruktur und Färbung entstehen dabei ganz unterschiedliche Ergebnisse: Manche Bilder erscheinen besonders kontrastreich, andere wirken zart und fast schemenhaft.
Wie eng Kunst und Wissenschaft bei dem Projekt miteinander verbunden sind, zeigte auch der Beitrag von Nadja Erdmann, HNEE-Absolventin und Rangerin bei der Naturwacht im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. Unter dem Motto „Wie war das nochmal mit der Photosynthese?“ brachte sie das Publikum auf unterhaltsame Weise wieder auf den Stand des Schulwissens. Mit kleinen Experimenten erklärte sie, was bei der Photosynthese eigentlich passiert und wie erstaunlich ähnlich sich Chlorophyll- und Hämoglobinmolekül sind: Sie unterscheiden sich im Wesentlichen nur durch das Ion im Zentrum des Moleküls.
Im Mittelpunkt des Abends stand aber vor allem das gemeinsame Entdecken. Die Künstlerin war selbst vor Ort und gab Einblicke in die Entstehung der Portraits. Dabei ergaben sich zahlreiche Gespräche über die verwendeten Pflanzen, den künstlerischen Prozess und die Verbindung von Mensch, Natur und Wissenschaft.
Das Ziel der Ausstellung „EINS – Wissenschaft * Natur * Gesellschaft“, Wissenschaft in Verbindung mit Kunst und persönlichen Begegnungen im ländlichen Raum erlebbar zu machen, wurde damit erreicht.
Die Ausstellung ist noch bis einschließlich Sonntag, 30. August, täglich von 12 bis 18 Uhr in der Alten Apotheke Angermünde, Rosenstraße 5, zu sehen. Der Eintritt ist frei.
Das Projekt „EINS – Wissenschaft * Natur * Gesellschaft“ wird von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) in Kooperation mit der Präsenzstelle Schwedt | Uckermark umgesetzt und vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg gefördert.
Fotos: Lisa Lange www.lisalangefotografie.de